Jamile Azadfallah
In meiner aktuellen Serie inszenierter Fotografien sind meine täglichen biomorphen Bleistiftskizzen der
Ausgangspunkt. Ich übersetze sie in skulpturale Formen, deren körperliche Wirkung durch Eigenschaften wie Weichheit, Gewicht, Hängen oder Nachgeben entsteht.
Ich arbeite mit verschiedenen Materialien und verbinde unterschiedliche Techniken in einer Installation.
Im Prozess ziehe, befestige, verschiebe, entferne oder verändere ich einzelne Elemente. Langsame Arbeitsphasen wechseln sich mit spontanen und expressiveren Eingriffen ab. Aufbau, Veränderung, Aufnahme und erneuter Eingriff können sich mehrmals wiederholen, bevor eine Arbeit ihre endgültige Form findet.
Im Zusammenspiel dieser Formen mit unterschiedlichen Materialien, Linien, Flächen und räumlichen
Kompositionen entsteht eine Spannung zwischen Taubheit und auferlegter Passivität auf der einen Seite und einem Impuls zu Bewegung und Veränderung auf der anderen. Diese Spannung setzt sich auch in der fotografischen Fragmentierung fort: Einzelne Ausschnitte bleiben voneinander getrennt und bilden zugleich eine gemeinsame Komposition.